Druckvorgaben für eigene Sage-100-Berichte definieren
Mit dem AppDesigner der Sage 100 lassen sich individuelle Reports – etwa für einen Etikettendruck – verhältnismäßig einfach erstellen. Spätestens beim Etikettendruck ist es jedoch wichtig, einen bestimmten Drucker als Standard zu hinterlegen. Im Standard bietet die Sage 100 dafür die Beleg- und Berichtskonfiguration, die jenseits der Korrespondenzformulare auch eigene Berichte aufnehmen kann.
Wo die Konfiguration liegt
Die Konfiguration finden Sie im Regiezentrum unter Administration ➔ Beleg-/Berichtsdruck konfigurieren.

Der Dialog ist in zwei Bereiche untergliedert:
- Vorgaben gelten systemweit.
- Anwender können diese Vorgaben durch eine individuelle Konfiguration überschreiben.

Für jeden hinterlegten Bericht lassen sich Randabstände, der Zieldrucker und der Papierschacht festlegen. Die erste Seite kann abweichend zu den Folgeseiten konfiguriert werden – nützlich, wenn die erste Seite auf Briefpapier und die folgenden auf Blankopapier laufen sollen.
Der Dialog ist zwar noch eine klassische Microsoft-Access-Maske, deckt aber auch im AppDesigner erstellte Berichte ab.
Wo die Daten wirklich liegen
Die Druckvorgaben befinden sich nicht in der Applikationsdatenbank des SQL Servers, sondern in den Access-Konfigurationsdatenbanken:
OLAbfApp.mdbfür die WarenwirtschaftOLReweApp.mdbfür das Rechnungswesen
In beiden Dateien liegen die Vorgaben in der Tabelle USysPrinterDefs.
Warum Sie nicht direkt in die Konfigurationsdatenbank schreiben sollten
Es ist verlockend, eigene Berichte direkt in USysPrinterDefs der OLAbfApp.mdb einzutragen – tun Sie es nicht. Die Datei wird durch Updates modifiziert oder ersetzt, Ihre Anpassungen wären weg.
Stattdessen liegt im selben Verzeichnis die AddIn-Datei OLAbfUSysPrinterDefs_Neu.MDB. Sie enthält die namensgleiche Tabelle und ist genau dafür gedacht.
Vorgehensweise:
- Öffnen Sie
OLAbfUSysPrinterDefs_Neu.MDB. - Tragen Sie Ihren Bericht in der Tabelle
USysPrinterDefsein (Felder siehe unten). - Speichern Sie die Datei als
OLAbfUSysPrinterDefs.MDB(ohne_Neu).
Beim nächsten Start der Sage 100 werden die Druckdefinitionen automatisch in OLAbfApp.mdb bzw. OLReweApp.mdb übernommen.

USysPrinterDefs – ein Datensatz pro Bericht.Pflichtfelder in USysPrinterDefs
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
Bericht | Primärfeld, frei wählbar – muss in Kombination mit Country eindeutig sein. |
Country | Landeseinstellung des Mandanten. -1 = für alle Länder gültig. |
BerichtBezeichnung | Frei wählbarer Anzeigename, erscheint nur im Konfigurationsdialog. |
Art | 0 = allgemeiner Bericht, 1 = Korrespondenzformular Rechnungswesen, 2 = Korrespondenzformular Warenwirtschaft. Im Zweifel 0. |
Report | Vollqualifizierter Name des Berichts – siehe unten. |
Alle weiteren Felder sind optional. Orientieren Sie sich an den Beispielen der Standardberichte in der gleichen Tabelle.

Den vollqualifizierten Berichtsnamen finden
Der Eintrag in Report muss exakt so aussehen, wie der AppDesigner ihn in der Titelzeile der Registerkarte anzeigt. Das Schema:
Elementname.Sage Kundennummer.Lösungsname

Nach dem Speichern
Speichern Sie die Datei als OLAbfUSysPrinterDefs.MDB und schließen Sie sie. Starten Sie anschließend die Sage 100 (Warenwirtschaft oder Rechnungswesen) neu. Unter Administration ➔ Beleg-/Berichtsdruck konfigurieren erscheint Ihr Bericht nun in der Liste – über die Schaltfläche Bearbeiten lässt sich die Drucksteuerung vornehmen.

Ausblick
Der Konfigurationsdialog ist noch klassisches Access. Es ist anzunehmen, dass das Sage-Entwicklungsteam mit der schrittweisen Umstellung aller Reports auch diese Konfiguration auf eine modernere Basis hebt. Bis dahin gilt: Eigene Berichte gehören in die AddIn-MDB, nicht in die Konfigurationsdatenbank des Standards.